Geschichte des Hauses

Alte Postkarte

»Fremdenzimmer mit fließend kalt und warm Wasser« – so wurde für das Gasthaus »Ochsen« in Steinen einst geworben, welches 1677 erstmals seine Konzession erhielt. Seitdem ist viel passiert, trotzdem blieb das Traditionshaus, mittlerweile seit über 300 Jahren, immer in Besitz der Familie Pflüger.


1714 kaufte Simon Pflüger aus Schopfheim den »Ochsen« von der Familie Wiek. Seine Vorfahren waren Rotgerber, Metzger, Waisenrichter und Gerichtsbeisitzer und sind schon früh aus Basel nach Schopfheim ausgewandert. Zusammen mit seiner Ehefrau Anna-Maria Brödlin führte er den »Ochsen« bis zu seinem Tod 1758. Die Ehe der beiden blieb kinderlos, der Gasthof ging an Simons Schwester Elisabeth über.


Elisabeth Pflüger blieb unverheiratet und übergab den „Ochsen“ im Jahre 1767 an ihren Neffen Johann Friedrich Pflüger. Johann Friedrich war der einzige Sohn ihres jüngeren Bruders Heinrich, der Metzger im Schopfheimer Stadtteil Fahrnau war. Er heiratete 1767 Katharina Sturm aus Hüsingen, aus dieser Ehe wurde ihm der Sohn Friedrich geschenkt. Johann Friedrich starb im Alter von nur 55 Jahren, der „Ochsen“ ging 1797 an seinen Sohn Friedrich Pflüger über.

Familie Pflüger

Der gelernte Metzger ehelichte im Jahre 1796 Anna Maria Leininger aus Auggen, die ihm den Sohn Johann Friedrich schenkte.


Der Sohn wuchs im Geschäft des Vaters mit zwei jüngeren Schwestern auf und wurde ebenfalls Metzger. Er übernahm 1825 mit 28 Jahren die Gaststätte und Metzgerei. Johann Friedrich ist für das heutige Aussehen des »Ochsen« mit der Eckfassade in der ruhigen Linienführung verantwortlich. Im Wappenstein über der Eingangstüre stehen heute noch die Anfangsbuchstaben von ihm und seiner Frau Maria Elisabeth Brunner, Tochter des Vogts Johannes Brunner aus Wollbach.

Ihr zweiter Sohn Johann Ernst wurde der nächste »Ochsen«-Wirt und heiratete zwei Jahre nach dem Tod des Vaters 1868 Emilie Sütterlin aus dem »Hirschen« aus Wittlingen. Der „Ochsen“ hatte mittlerweile Gäste aus Lörrach und Basel, denn Emilie war eine ausgezeichnete Köchin. Sie verstarb allerdings bereits im Alter von 48 Jahren im ersten Weltkrieg an einer Lungenentzündung. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, von denen jedoch keines den „Ochsen“ übernahm.

Von März 1922 bis April 1954 wurde der »Ochsen« von verschiedenen Pächterfamilien betrieben. Der älteste Sohn Ernst Ludwig Friedrich Pflüger übernahm den »Ochsen«, betrieb ihn aber nie selbst. Mit seiner Frau Johanna Margarethe Bühler aus Steinen hatte er vier Kinder, unter ihnen Johannes Artur, der spätere Altbürgermeister und Ehrenbürger von Steinen. Die beiden jüngsten Kinder Friedrich »Fritz« Hermann und Verena Helene übernahmen später das Gasthaus.

Viktoria »Vicky« Paulina

Fritz Pflüger wurde in der »Krone« in Lörrach als Koch ausgebildet und eröffnete am 3. Juli 1954 mit seiner Schwester Verena Pflüger als Hoteldirektrice den »Ochsen«. Im gleichen Jahr heiratete er die in Berneck in der Schweiz geborene Viktoria »Vicky« Paulina. Von da an führten Fritz und Vicky den »Ochsen« mit der über die Grenzen hinaus bekannten guten Küche unter der Verwendung heimischer Produkte.


Aus der Ehe mit Viktoria Pflüger gingen drei Töchter hervor, Viktoria Verena, Johanna Maria und Susann Helene, die heutigen Verpächterinnen des Ochsen. Fritz Pflüger verstarb viel zu früh 1976 im Alter von 52 Jahren. Ab 1978 wurde der »Ochsen« verpachtet.


Mit Respekt vor der langen Familiengeschichte und Tradition des Hauses sowie einem zukunftsorientierten Blick, freuen wir uns Sie als ihre neuen Gastgeber bald einmal bei uns im »Ochsen« begrüßen zu dürfen.